Integration und Prävention im Gemeinsamen Unterricht


Das vorliegende Förderkonzept beschreibt unsere Haltung sowie unsere Möglichkeiten und Grenzen in der Unterstützung präventiver, integrativer bzw. inklusiver Arbeit im aktuellen Schulsystem. Mit der Darlegung unseres Konzeptes erhoffen wir, dass auf dieser Grundlage jeweils vor Ort ein verbindlicher, transparenter und verlässlicher Rahmen in der gemeinsamen Beschulung aller Schülerinnen und Schüler sich stetig weiter entwickeln wird. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf unser jeweils gültiges Schulprogramm sowie unser Grundsatzpapier: ?Die sonderpädagogische Unterstützung der Pestalozzi-Schule Husum an den Grund- und Gemeinschaftsschulen sowie in den Kindertagesstätten des Einzugsgebietes?t.

1. Sonderpädagogische Arbeitsfelder

1.1 Förderschwerpunkte
Im Gemeinsamen Unterricht unterstützen wir Schülerinnen und Schüler in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, emotionale-soziale Entwicklung, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung sowie im Förderschwerpunkt Erziehung und Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit autistischem Verhalten.

1.2 Gemeinsamer Unterricht
In unserem Verständnis von Gemeinsamem Unterricht beziehen wir uns auf die Aussagen des Lehrplans ?Sonderpädagogische Förderung? (S. 4) Der Unterricht aller Schülerinnen und Schüler mit oder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf findet gemeinsam statt. Das Lehrteam (Sonderschullehrkraft/Regelschullehrkraft) ist für alle Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Das Teamteaching ist gekennzeichnet durch einen geöffneten, individuellen und binnendifferenzierenden Unterricht (SchulG §1, Satz 2). Der leitthemenorientierte und fächergebundene Unterricht wird gemeinsam geplant, durchgeführt und reflektiert. Das Lehrteam trifft klare Absprachen, die in einer Kooperationsvereinbarung schriftlich fixiert werden können. Neben unterrichtlichen Aspekten sollen Aussagen über folgende Punkte getroffen werden: Gegenseitige, rechtzeitige Informationspflicht über Termine, Aktivitäten, Stundenplanänderungen bzw. Stundenausfall. Die Teilnahme an Klassenaktivitäten findet nach Absprache statt (Elternabende, Ausflüge, Klassenfahrten, Praktika etc) Das Lehrteam erstellt gemeinsam die individuellen Förderpläne (verantwortlich: Sonderschullehrkraft) und Zeugnisse (verantwortlich: Regelschullehrkraft).

1.3 Beratung
Auf der Grundlage unserer diagnostischen Kompetenzen in den verschiedenen Fach- und Entwicklungsbereichen beraten wir individualisiert und fachrichtungs-übergreifend Kinder und Jugendliche sowie alle an deren Förderung und Forderung interessierten Personen. Sollte es erforderlich sein, findet eine individualisierte, länger angelegte Diagnostik statt, die in einem sonderpädagogischen Gutachten bzw. der Diagnose einer Hochbegabung münden kann.

1.4 Schwerpunktteams
Um eine qualifizierte und spezialisierte Beratung bieten zu können, haben sich unterschiedliche Schwerpunktteams gebildet: Erziehungshilfetandems aus Sonderschullehrkraft und Regelschul-lehrkraft an allen Kooperationsschulen im Primar- und Sekundarbereich. (siehe auch Konzept ?Tandem?) FiSch-Team Wir unterstützen das Projekt Familie in Schule (FiSch) und verantworten in Kooperation mit der Iven-Agßen-Schule Husum eine Klasse am dortigen Standort. SHIB-Team Unser Förderzentrum ist im Juni 2015 durch das Ministerium für Schule und Berufsbildung als SHiB-Schule zertifiziert worden. Wir unterstützen Kinder im Vorschulalter und Schülerinnen und Schüler mit (Hoch-)Begabung. Dabei liegen unsere inhaltlichen Schwerpunkte in den Bereichen der Beratung von Eltern/Erziehungsberechtigten in Bezug auf die Lernbiografie ihrer Kinder, Beratung im Netzwerk von Kindertagesstätte-Schule-Umfeld. Bei Bedarf bieten wir auch eine verbindliche Diagnostik an. Dieses Angebot gilt für alle Kindertagesstätten und Schulen im Kreis Nordfriesland. Koordinierungsteam Übergang: Kita-GS Kolleginnen des Förderzentrums organisieren jährlich Übergabe-konferenzen mit den beteiligten Netzwerkpartnern in den Sozialräumen für den Übergang von der Kita in die Grundschule.

1.5 Netzwerkarbeit
Wir streben eine kontinuierliche und transparente Zusammenarbeit mit allen an der erfolgreichen Inklusion in KiTa, Schule und Arbeitswelt Beteiligten an. (siehe auch Schulprogramm 2014, S.4) Dies gilt insbesondere für die kooperierende Zusammenarbeit mit der Sozialraumorientierten Jugendhilfe im Einzugsgebiet unserer Schule. Viele nachhaltig wirksame Projekte sind auf der Grundlage einer vertrauensvollen Kooperation entstanden. Die Teilnahme an Arbeitsgruppen mit außerschulischen Partnern ist ebenfalls Teil dieser Netzwerkarbeit.

2. Unterstützende Maßnahmen und Instrumente im vorschulischen Bereich

2.1. Sprachheilpädagogische Arbeit in den Kindertagesstätten
Die Sprachheilförderung in den Kindertagesstätten hat die Aufgabe, die Kitas zu beraten, Diagnostik zur Sprachstandserhebung zu erstellen und sprachheil-pädagogische Förderung durchzuführen. Ziel dieser präventiven Arbeit ist es, bereits im vorschulischen Bereich bei drei- bis sechsjährigen Kindern Sprach-beeinträchtigungen durch Förderung abzubauen, so dass sonderpädagogischer Förderbedarf in der Schulzeit nicht entsteht.

2.2. Erziehungshilfe im vorschulischen Bereich
Die Erziehungshilfetandems nehmen frühzeitig Kontakt zu den Kindergärten in ihrem Einzugsgebiet auf. Vor Ort findet ein Austausch mit den Erzieherinnen und den Eltern statt. Für einzelne Kinder werden in Absprache mit der Grundschule Möglichkeiten des Kennenlernens der Schule oder einzelner Lehrkräfte angeboten. Wichtige Informationen der Sprachheilkräfte des Förderzentrums vor Ort sowie des Jugendärztlichen Dienstes, weiterer Therapeuten oder der Frühförderkräfte werden zusammengetragen.

2.3. Übergang Kita ? Grundschule
Regionalisiert organisieren Kräfte des Förderzentrums im zweiten Halbjahr Übergabekonferenzen mit den zuständigen Frühförderstellen des Sozialraumes. Kinder, die voraussichtlich präventiv sonderpädagogisch unterstützt werden müssen, werden hier ausführlich besprochen.

3.Schulische Prävention/Integration im Primarbereich


Die präventive Arbeit stellt einen Schwerpunkt unseres Einsatzes dar. Hierbei ist unser vorrangiges Anliegen, sonderpädagogischen Förderbedarf zu vermeiden. Zusammen mit den Kolleginnen der Grundschulen stellen wir Förderbedarfe frühzeitig fest, entwickeln Unterstützungsangebote und führen individuelle Förderung durch. Ein strukturierter Übergang von der Kita zur Grundschule sowie von der Grundschule zur Sekundarstufe 1 ist zudem ein weiterer Aspekt unserer Tätigkeit. Dabei können wir auf die von uns in den vergangenen Jahren installierten Netzwerkstrukturen zurückgreifen. Dies erfordert funktionierende Kommunikations- und Informationsstrukturen aller Beteiligten auf der Grundlage verlässlicher Rahmenbedingungen und abgestimmter Aufgabenfelder.

3.1. Der präventive Förderplan
Wir arbeiten mit dem schulintern gültigen Instrument des präventiven Förderplans, das innerhalb des Kollegiums der Pestalozzi-Schule entwickelt wurde. Wir stellen für Schülerinnen und Schüler den sonderpädagogischen Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen nur noch nach einer lernprozessbegleitenden Diagnostik über mindestens ein Schuljahr fest. Hierdurch sichern wir eine langfristige und transparente Begleitung des Kindes in seiner Lernentwicklung und können gemeinsam mit allen Beteiligten individuelle Lernziele entwickeln und evaluieren. Nach Beendigung des präventiven Förderplans nehmen die Schüler entweder zielgleich am Unterricht teil oder erhalten ein sonderpädagogisches Gutachten im Förderschwerpunkt Lernen.

3.2. Die sonderpädagogische Überprüfungn
Nach der mindestens einjährigen Arbeit mit dem präventiven Förderplan erfolgt bei Bedarf eine sonderpädagogische Überprüfung. Diese stützt sich auf die Ergebnisse des präventiven Förderplans und zusätzliche diagnostische Daten. In Ausnahmefällen (z.B. Zuzug, Krankheit) erfolgt die sonderpädagogische Über-prüfung auch ohne präventiven Förderplan.

3.3. Der sonderpädagogische Förderplan
Der sonderpa?dagogische Fo?rderplan enthält Vereinbarungen über: Ziele der individuellen sonderpa?dagogischen Förderung, die Rahmenbedingungen wie Arbeitsplatzgestaltung, spezifische Hilfen, Unterstützung und Beratung Umsetzungsmo?glichkeiten zum Erreichen der vereinbarten Ziele die Art der Überprüfung der erreichten Ziele einschließlich der fachlichen Leistungen Sonderpa?dagogische Fo?rderpla?ne werden durch das zuständige Fo?rderzentrum angelegt und fortgeschrieben. Die Erstellung des sonderpädagogischen Fo?rderplans gehört neben der sonderpa?dagogischen Förderung und der Diagnose zu den Aufgaben der vor Ort eingesetzten Sonderschullehrkraft, die das Kind bereits aus der präventiven Arbeit kennt. Nach Feststellung eines Förderbedarfes erstellen wir in Absprache mit den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und den Lehrkräften der Grundschule einen sonderpädagogischen Förderplan. Dieser legt transparent mittelfristig erreichbare Lernziele fest und dient zur Dokumentation und Evaluation der Lernfortschritte. Die Erstellung des sonderpa?dagogischen Fo?rderplans ist keine abgeschlossene Aufgabe, sondern als lernprozessbegleitende Beschreibung der Lernentwicklung anzusehen. Der sonderpa?dagogische Fo?rderplan soll in regelma?ßigen Abständen fortgeschrieben werden. Dabei wird in Abhängigkeit zur Entwicklung der Schülerin bzw. des Schülers auch regelmäßig überprüft, ob der Fo?rderbedarf weiterhin besteht und wenn ja, mit welchen Schwerpunkten. Der sonderpädagogische Förderplan wird jeweils zum Ende des ersten Schulhalbjahres und nach Bedarf überarbeitet und mit den Schülerinnen und Schülern und den Eltern besprochen.

3.4. Die Sprachheilintensivmaßnahme
In der Sprachheilintensivmaßnahme (SIM) des Kreises Nordfriesland werden Schülerinnen und Schüler der Eingangsphase mit erheblichem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Sprache aufgenommen, denen die zuständigen Grundschulen auch mit Unterstützung des Förderzentrums nicht gerecht werden können. Im Interesse einer familien- und wohnortnahen Beschulung, werden die Kinder im Norden des Kreises an der Alwin-Lensch-Schule Niebüll und im Süden des Kreises an der Iven-Agßen-Schule Husum integrativ unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler weisen Behinderungen im Sprachverständnis, bei der Sprachverarbeitung und / oder der Sprachproduktion auf und sind in ihrer gesamten Kommunikation erheblich beeinträchtigt. Mit den sprachlichen Problemen sind in der Regel weitere Auffälligkeiten verbunden: Es können Schwierigkeiten beim Lernen, in der Wahrnehmung und Motorik oder im Verhalten auftreten. Entsprechende Betreuungs-und Förderangebote aus verschiedenen pädagogisch-therapeutischen Bereichen finden sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag statt. Die Weiterarbeit und Aufrechterhaltung des interdisziplinären Netzwerkes von Grundschul- und Sprachheilkräften, Ärzten, Motopädagogen, Ergotherapeuten, Logopäden und Erzieher sind Basis für enge Abstimmungen. Zum Ende der Eingangsphase wird der Übergang in die Heimatschule vorbereitet und begleitet. Das Verfahren zur Aufnahme in die Sprachheilintensivmaßnahme sieht eine intensive Beratung zwischen den meldenden Grundschulen, den zuständigen Förderzentren und der Kreisfachberatung Sprachheilpädagogik vor. Zur abschließenden Untersuchung wird ein Gutachten durch die Kreisfachberatung erstellt. Das Schulamt entscheidet über die Aufnahme.

3.5. Das KidS-Projekt
Das Projekt KidS (Kinder in die Schule) startet im Schuljahr 2015/16 als Kooperationsmodell zwischen den drei Husumer Grundschulen Iven-Agßen-Schule, Klaus- Groth- Schule und Bürgerschule, dem Förderzentrum, der Jugend- und Eingliederungshilfe sowie des Diakonischen Werks als freien Träger. Die Kooperationspartner entwickeln eine systemische Unterstützung der Schülerinnen und Schülern mit Handicaps im Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule. Alle Beteiligten steuern in vertrauensvoller Kooperation die personellen Ressourcen, um im Sinne der Schülerinnen und Schüler zielorientiere Entscheidungen für eine gelungene Förderung zu schaffen.

3.6. Projektklasse Primarbereich
Seit April 2013 bietet die Grundschulprojektklasse ?Schulische Erziehungshilfe? im Kreis Nordfriesland Schülerinnen und Schülern, die aufgrund ihres herausfordernden Verhaltens auch mit unterstützenden Maßnahmen in ihrer Schule nicht mehr am Unterricht teilnehmen können, ein unterrichtliches Angebot an. Mit Hilfe eines multiprofessionellen Teams soll den Schülern eine dauerhafte Teil-nahme am Unterrichtsvormittag ermöglicht werden. Eine Reintegration in eine Grundschule ist das langfristige Ziel. Zielgruppe sind Kinder, deren Integration selbst in Kleingruppen einen hohen personellen Aufwand und intensive individuelle Förderung erfordert. Der Herausfall der Schülerinnen und Schüler aus dem Schulsystem führt zwangläufig zu einem Drop- Out aus gesellschaftlichen Strukturen. Daher ergibt sich eine enge Kooperation mit der Jugendhilfe (siehe auch SGB VIII, §1). Klientel und Zielsetzung überschneiden sich deutlich. In der Projektklasse sollen die Kinder Basiskompetenzen erwerben, die ihnen die Teilnahme an Gruppensituationen ermöglichen: Aufbau eines altersangemessenen, gewaltfreien Konfliktverhaltens Erlernen eines Minimums sozialer Regeln, die gemeinsame Aktivitäten ermöglichen Aufbau von Interaktions- und Spielfähigkeit Stärkung der Selbst- und Fremdwahrnehmung Aufbau eines positiven Gruppenverhaltens Erweiterung der Frustrationstoleranz Förderung eines positiven Selbstbildes Die Aufnahme in die Projektklasse erfolgt nur nach einer intensiven Beratung zwischen Lehrkräften, Kreisfachberatung schulische Erziehungshilfe und der Jugendhilfe.

3.7. Leseintensivmaßnahme
Das Leseintensiv-Training ist ein Projekt des Amtes für Jugend, Soziales, Arbeit und Senioren (Eingliederungshilfe) in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Schulamt des Kreises Nordfriesland. Das Training wird für Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Nordfriesland angeboten, die trotz Förderung im Rahmen der Grundschule ihren Leselernprozess noch nicht erfolgreich abschließen konnten. Sie zeigen so gravierende Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten, dass eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht in fast allen Fächern gefährdet ist. Die Maßnahme soll den Kindern die Möglichkeit bieten, grundlegende Strategien, Kenntnisse und Fertigkeiten aufzubauen, damit sie ihre Schwierigkeiten im Bereich des Lesens und Rechtschreibens abbauen und/oder besser mit ihnen umgehen können. Das Training erstreckt sich je nach Bedarf des Kindes auf einen Zeitraum von bis zu einem halben Jahr. Es findet in einer jahrgangsübergreifenden Kleingruppe mit bis zu sechs Schülerinnen und Schülern statt. Die Kinder besuchen die Trainingsmaßnahme in der Unterrichtszeit von 07.45 Uhr bis ca. 12.15 Uhr. Die Aufnahme setzt einen positiven Bescheid der Eingliederungshilfe voraus und erfolgt nach Absprache mit der Leitung des Lese-Intensivtrainings.

3.8. FiSCH (Familie in Schule)
Ein weiteres Präventions- und Reintegrationsmodell des Kreises Nordfriesland für Kinder mit Verhaltensproblemen im schulischen Bereich und deren Eltern ist seit dem Schuljahr 2014/15 die Familienklasse ?Familie in Schule? (FiSch) mit den zurzeit zwei Standorten in Friedrichstadt und Husum. Ziel ist es, die elterliche Präsenz im Erziehungsprozess zu stärken. Durch die enge, wertschätzende Zusammenarbeit von Eltern und Schule sowie Eltern miteinander im Rahmen der Familienklasse werden elterliche Handlungsmöglichkeiten erweitert. Schule und Elternhaus unterstützen sich gegenseitig. Dazu begleiten ein oder beide Elternteile ihr Kind über einen festgelegten Zeitraum von 12 Wochen an einem Tag in der Woche in die Familienklasse und werden dort von einem Team aus einer Regelschul- und einer Förderschullehrkraft unterrichtet bzw. angeleitet. Die zum Einzugsbereich der Familienklasse gehörenden Schulen vermitteln nach Beratung mit dem Erziehungshilfe-Tandem vor Ort Familien an das FiSch-Team. Dieses entscheidet zusammen mit den Klassenlehrkräften und Eltern über die Aufnahme in die Familienklasse.

4. Schulische Prävention/ Integration im Sekundarbereich

4.1. Der Zielplan
Bei einem möglicherweise vorliegenden Sonderpädagogischen Förderbedarf wird von Klasse 5 bis Klasse 7 in Zusammenarbeit mit den Regelschulkräften ein Zielplan erstellt , der individuelle Fördermaßnahmen beinhaltet. Das Ziel ist die Vermeidung sonderpädagogischen Förderbedarfs. Der Zielplan kann bei Bedarf in eine sonderpädagogischen Überprüfung münden, in einer Verlängerung der Schulzeit (z.B. Besuch der Flex-Klasse) oder er wird am Ende der siebten Klasse mit einem Abschlussbericht beendet.

4.2. Die sonderpädagogische Überprüfung
Die sonderpädagogische Überprüfung wird bis spätestens Klasse 7 durchgeführt. Sie beinhaltet eine umfassende sonderpädagogische Diagnostik und kann aus einem Zielplan resultieren.

4.3. Die Flex-Klassen
Das Ziel der Flexiblen Ausgangsklassen ist das Erreichen des Ersten Allgemeinen Bildungsabschlusses. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Lerninhalte der achten und neunten Klasse in drei Schuljahren. Die Auswahl der Schülerinnen und Schüler wird von den Kollegen der Flex-Klassen in Zusammenarbeit mit dem Förderzentrum getroffen. Die Flex-Klassen sind in der Zweigstelle der Gemeinschaftsschule Nord angesiedelt.

4.4. Berufshinführung
Die Pestalozzi- Schule ist im Handlungskonzept Plus organisiert. Partner sind dabei das Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk und ein Bildungscoach. Dieser unterstützt und berät die Förderschülerinnen und -schüler und deren Eltern in allen Belangen, die den nachschulischen Bildungsweg betreffen. Auch unterstützt der Bildungscoach bei der Suche nach Praktikumsplätzen, Schulpraktika, bei Tagen im Betrieb und bei Langzeitpraktika. Für die im Handlungskonzept Plus organisierten Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen findet zusätzlich zu den berufshinführenden Maßnahmen der Gemeinschaftsschulen ein zweitägiges Assessment statt, das vom Bildungscoach organisiert.

4.5. Projektklasse für Schulische Erziehungshilfe
In der Projektklasse für Schulische Erziehungshilfe werden in Absprache mit den zuständigen Kreisfachberatern für schulische Erziehungshilfe Schüler und Schülerinnen beschult, die aufgrund ihres Verhaltens nicht erfolgreich am Regelschulunterricht teilnehmen können. Die Dauer der Maßnahme ist in der Regel auf ein Jahr begrenzt. Am Ende steht eine Rückführung in die Stammklasse. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten Unterrichtsmaterialien und schriftliche Lernstandsüberprüfungen aus ihren Stammklassen. Die Lehrkraft der Projektklasse hält einen intensiven Kontakt zu den abgebenden Schulen und nimmt dort auch an den Zeugniskonferenzen teil. Die Projektklasse ist in den Räumlichkeiten der Pestalozzi-Schule untergebracht und nimmt maximal sechs Schüler auf. Unterstützt wird die Maßnahme von einer pädagogischen Unterrichtshilfe.

4.6. ?Uno - letzte Karte?- Projekt
Das Uno-letzte Karte Projekt richtet sich an die Schülerinnen und Schüler, die in einer Regelschule nicht unterrichtet werden können, weil sie aus unterschiedlichen Gründen (z B. Absentismus) jeglichen Anschluss an Unterricht und an Schule verloren haben. Das vorrangige Ziel dieser Maßnahme liegt in der Befähigung der Schüler, Strukturen zu entwickeln und Verbindlichkeiten einzuhalten und wird über kleinschrittige, von den Schülern individuell selbstgesteckte Zielsetzungen angestrebt. Das Erreichen eines Allgemeinen Bildungsabschlusses ist nachrangig und wäre ggf. in nachfolgenden schulischen Maßnahmen an den Beruflichen Schulen anzustreben. Einmal in der Woche haben die Schülerinnen und Schüler einen Praxistag. Die Uno- Klasse ist auf maximal zehn Schülerinnen und Schüler aus dem Einzugsbereich der Pestalozzi-Schule begrenzt. Voraussetzung für die Aufnahme dafür ist die Zusammenarbeit der Eltern mit dem Jugendamt (Hilfen zur Erziehung). Heimkinder werden nicht berücksichtigt. Unterstützt wird die Maßnahme von einer Schulsozialarbeiterin.

Evaluation: Das Förderkonzept gilt für das kommende Schuljahr 2015/16. Eine Evaluation erfolgt im Mai/Juni 2016 durch die Steuergruppe.






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